Bürgerbegehren erfolgreich!

Das Wahlamt Erlangen hat Wilhelm Krieger, den Initiator des Bürgerbegehrens, telefonisch informiert, dass 300 Unterschriften mehr vorliegen, als für einen Bürgerentscheid benötigt. Notwendiges Quorum für das Erreichen eines Bürgerentscheids sind in Erlangen 4120 Unterschriften von wahlberechtigten Bürgern. Die Initiative sammelte 4417 Unterschriften.

Damit ist sicher, dass es zu einem Bürgerentscheid über die Stadt-Umland-Bahn in Erlangen kommen wird.

 

Herr Krieger schrieb in einer ersten Mail am Montag:

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

heute kann ich, neben einigen Bürgerinnen und Bürgern, die direkt zum Wahlamt kommen, Listen mit über 800 Unterschriften abliefern. Damit haben die Erlangerinnen und Erlanger „brutto“ mehr als die doppelte Anzahl Unterschriften geleistet, als nach dem ersten Prüfergebnis gefehlt haben, d. h. wenn es darauf ankommt, dann kann man sich auf sie verlassen. Ich werde beim Wahlamt um die Erlaubnis nachsuchen, den Erfolg des Bürgerbegehrens bereits heute der Zeitung vermelden zu dürfen. Gleichzeitig bitte ich den fairen „Verlierer“, den OBM Dr. Janik, über seinen Schatten zu springen und dem Stadtrat am Donnerstag zu empfehlen, das erfolgreiche Ergebnis des Bürgerbegehren auch auf den Bürgerentscheid zu übertragen, will heißen, den Bürgerinnen und Bürgern den Gang zum Bürgerentscheid zu ersparen und gleichzeitig die etwa 50 000 €, die so ein Bürgerentscheid kosten kann, neben der Arbeit der Mitarbeiter des Rathauses, zu sparen. Jeder EURO, den man für eine überflüssige Maßnahme sparen kann, kann an anderer Stelle nützlicher verwendet werden.

Ich persönlich bedanke mich jedenfalls bereits hiermit bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Erlangen, dass sie sich, besonders in den letzten Tagen, als es darauf ankam, so zahlreich und überzeugt für das Bürgerbegehren eingesetzt haben. Und man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass sie im gleichen Sinne bei einem Bürgerentscheid abstimmen würden.
Ich wünsche mir, dass die Wutbürger von Erlangen, die noch immer die StUB wollen, das Votum der Bürgerinnen und Bürger von Erlangen akzeptieren und ab sofort die Geschäftsleute, die nur vollkommen neutral ihren Kunden die Listen für die Eintragung zur Verfügung gestellt haben, sowie auf Personen, einschließlich mir, nicht weiter attackieren, als Lügner bis zum Scharlatan, Zukunftsverderber etc. beschimpfen, sondern erkennen mögen, dass der Mensch im Vordergrund steht und nicht ein uneingeschränkter Fortschrittsglaube, der erst durch eine Katastrophe gebremst werden muss.

Die zahlreichen Probleme der Stadt, wie die Sanierung der Schulen (~95 Mio. € Defizit), der Straßen und Brücken, sowie kommunaler Einrichtungen, haben doch Vorrang gegenüber einer Straßenbahn, die nur viel kostet, während der Bauzeit vermutlich einige Geschäfte wegen schlechter Erreichbarkeit in den Ruin treibt, und die nach 12 bis 15 Jahren lediglich die gleichen Strecken befahren und die gleichen Haltestellen bedienen würde wie heute, ohne einen hunderte Millionenaufwand, die Busse bestens schaffen. Erlangen wird nicht durch eine überflüssige Straßenbahn zur Großstadt – das muss sich in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger entwickeln.

Mit freundlichem Gruß,
Wilhelm Krieger

One thought on “Bürgerbegehren erfolgreich!

  1. Lieber Herr Krieger,
    ich habe mich erst seit kurzem mit dem Thema beschäftigt, schließe mich aber dem Bürgerbegehren zu 100% an.
    In anderen Städten werden Straßenbahnen so gut wie möglich abgebaut, Erlangen will jetzt damit anfangen?
    Auch wir in unserer Familie sind der Meinung, dass die Busverbindungen in Erlangen das tun was nötig ist, und dass vieles Andere wichtiger ist in Erlangen als eine Umlaufbahn.
    Meine Tochter arbeitet in Nürnberg Thon, der klassische Weg mit der Buslinie 30, und sie kann bestätigen, dass auch dorthin die Busverbindung einwaldfrei ist, häufig genug während der Arbeitszeiten und das Durchkommen meist besser funktioniert als mit Auto, sie fährt aus Dechsendorf kommend über die A3 wenn sie das Auto nutzt – der Verkehr ist ein Wahnsinn und Baustellen gibt es genug auf der Strecke….sie hat also den direkten Vergleich zumindest auf dieser Strecke. Auch meine Bekannten kommen häufiger einmal von Thon aus nach Erlangen mit dem Bus, jeder bestätigt hier die einwandfreie Anbindung ohne Probleme.
    Auch die übrigen Argumentationen bezüglich der Streckenführungen Ihrerseits kann ich gut nachvollziehen.
    Es wird vor lauter „Projektwahnsinn“ oft übersehen, dass man erst einmal die bestehenden Möglichkeiten optimal nutzen sollte (auch und gerade Herzogenaurach) bevor man sich in weitere angeblich zukunftsträchtige Geldvernichtungsorgien stürzt.
    Und die Frage der Fördergelder – man sieht ja an vielen Beispielen in etlichen Städten, was nach den Versprechungen im Endeffekt davon übrigbleibt! Wer glaubt denn wirklich dass das alles genau so abläuft wie jetzt mal darüber gesprochen wurde? Was ist denn in einigen Jahren? Da sieht es doch erfahrungsgemäß wieder ganz anders aus.
    Wir werden jedenfalls zum Bürgerentscheid gehen und stimmen mit Ihnen und den anderen Mitstreitern und Mitstreiterinnen gegen eine Stadtumlaufbahn.
    Danke allen für ihr Engagement und dass es doch viele rührige Bürger/innen in Erlangen gibt, die sich offenbar mehr Gedanken über Kosten und Nutzen sowie Sparmöglichkeiten machen als es unsere „Chefs“ im Rathaus tun!
    Wir hoffen sehr auf ein positives Ergebnis – gegen die Stadtumlaufbahn!

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